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Wenn nicht anders angegeben, stammen die Bibelzitate jeweils aus der Elberfelder CSV.

Vorbereitung/Fragestellungen

I. Zusammenfassung Teil 1

II. Die Taufe

                i. Geistestaufe

                ii. Wassertaufe

                iii. Feuertaufe

I. Zusammenfassung Teil 1

Letztes Mal ging es darum, was genau ein Christ ist bzw. wie man Christ wird. Dabei nahmen wir die Begriffe Busse (metanoia), Glaube (pistis) und Bekenntnis (homologia) unter die Lupe. Unsere Schlussfolgerung lautete dann, dass ein Christ jemand ist, der seine Schuld vor Gott erkannt und bekannt hat; seinen früheren, von Gott getrennten Lebenswandel in seiner Gesamtheit als böse erkannt und sich bewusst davon abgewandt hat. Er entscheidet sich für einen neuen Weg mit Gott, indem er sich zum dreieinigen Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – bekennt und ihn als Schöpfer,

Erlöser und Richter anerkennt, in der Hoffnung auf die spätere Entrückung in die Ewigkeit.

Im zweiten Teil geht es nun um das Danach – was folgt nach der Bekehrung?

II. Die Taufe

Die Bibel erwähnt viele verschiedene Taufen und es ist wichtig, diese auch zu unterscheiden. Es gibt zum Beispiel die Taufe des Johannes, die Geistestaufe, die Taufe mit Wasser nach der Bekehrung, die Feuertaufe und selbst die Waschungsrituale der Juden werden als Taufe bezeichnet. Heute gehen wir aber nur auf die Taufen ein, die für dieses Thema ganz zentral sind, die Geistestaufe, die Taufe mit Wasser danach und die Feuertaufe. Beginnen wir mit der Geistestaufe.

II.i Geistestaufe

Wichtig zu erwähnen ist, dass der Begriff ‘Geistestaufe’ so nicht in der Bibel auftaucht, es ist jeweils immer die Rede von der Taufe mit dem Heiligen Geist. Der Begriff Geistestaufe ist aber nicht falsch. Johannes der Täufer unterscheidet schon mal zwischen seiner Taufe mit Wasser und der Geistes- wie auch der Feuertaufe. Das sehen wir gut in Matthäus 3,11: «Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dem die Sandalen zu tragen ich nicht wert bin; er wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen». Wir lesen auch gleich, dass es sich bei der Taufe des Johannes um eine Wassertaufe zur Busse handelt; diese unterscheidet sich also von der Wassertaufe der Christen, welche ein Zeichen der Nachfolge ist. Doch zurück zur Geistestaufe. Johannes erwähnt hier, dass der, der nach ihm kommt, das ist Jesus, mit Heiligem Geist taufen wird. Das lesen wir auch in Johannes 1,33+34: «Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf wen du den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben siehst, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft. Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.» Es ist also klar, Jesus tauft mit Heiligem Geist. Nun ist es so, dass es sich bei dieser Taufe nicht um ein besonders emotionales, stark spürbares Ereignis handelt, obwohl dies nicht auszuschliessen ist, sondern vielmehr ist die Geistestaufe eine Folge der Bekehrung. Dazu lesen wir Epheser 1,13-14: «in dem auch ihr, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils – in dem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preise seiner Herrlichkeit.» Nachdem wir also dem Evangelium geglaubt haben, wurden wir versiegelt mit dem Heiligen Geist. Das nennt sich auch die Taufe mit Heiligem Geist. Was genau bedeutet dies? Das lesen wir in 1. Korinther 12,12+13: «Denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus. Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.», wie auch in Galater 3,27: «Denn so viele ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen.» Wenn wir uns also für Jesus entscheiden, uns bekehren, dann werden wir mit dem Heiligen Geist zu einem Leib getauft, den Leib Christi. Dazu schauen wir uns den altgriechischen Begriff für Taufe etwas genauer an ‘baptizó’ – das bedeutet so viel wie eintauchen, tauchen1 oder auch untertauchen, vollständig untertauchen2. Das Wort kommt von der Sprachwurzel ‘bapto’ was so viel heisst wie tauchen oder etw. färben, durch eintauchen in Farbe3. Die dabei vorliegende Grundidee ist, dass ein Element in ein anderes Element eingeführt wird. Zum Beispiel ein Stück Stoff wird komplett in die Farbe eingetaucht und danach ist es gefärbt4. So verstehen wir nun auch die Taufe mit dem Heiligen Geist zu einem Leib. Bei unserer Bekehrung werden wir als Mensch in ein anderes ‘Element’, den Leib Christi, eingeführt. «So wird man ein echter Christ»5. Da wir nun Christus angezogen haben, repräsentieren wir ihn auch. Ein Christ trägt schliesslich den Namen Christ-us mit sich. Dazu noch ein kurzer Abstecher zum dritten der zehn Gebote: «Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen. Denn der HERR wird niemand ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.» (2. Mose 20,7 / NGÜ). Das Verb, welches hier für ‘missbrauchen’ benutz wird – nasa’ – kann auch heissen aussprechen oder für uns wichtig ‘tragen’. Man könnte die Bedeutung dieses Gebotes also durchaus ausweiten zu ‘du sollst den Namen des Herrn nicht zu Eitlem oder Nichtigem tragen’. Das sehen wir auch in Jesaja 43,7, Gott spricht dort über Israel, welches zu jenen Zeiten ja ebenfalls den Namen Gottes richtig repräsentieren sollte: «jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet und gemacht habe!» oder für uns auch relevant 2. Korinther 5,20: «So sind wir nun Gesandte für Christus,[…]» und besonders Kolosser 3,17: «Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn.» Es ist also wichtig, dass wenn wir uns wirklich bekehren und somit mit dem Heiligen Geist getauft werden in den Leib Christi, diesen dadurch anziehen und repräsentieren, wir dies auch zu Gottes Ehre tun, in dem wir versuchen, uns von der Sünde fernzuhalten und Gutes tun.

Das bringt uns nun zur Wassertaufe.

II.ii Wassertaufe

Wie vorhin bereits kurz erwähnt ist die Wassertaufe ein Zeichen der Nachfolge. Jemand der sich bekehrt hat sollte sich früher oder später im Wasser taufen lassen, und zwar auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes «Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes» (Matthäus 28,19). Hier erkennen wir auch gleich, dass es sich bei der Taufe mit Wasser um einen Gehorsamsschritt handelt, denn Jünger sind solche, die Jesus nachfolgen. Doch wozu das Ganze? Letztes Mal lernten wir, dass die Wassertaufe bzgl. unserer Errettung keine Rolle spielt, was also ist deren Bedeutung? In Römer 6,4-11 lesen wir: «So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, damit, so wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm einsgemacht worden sind in der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch in der seiner Auferstehung sein, 6 da wir dieses wissen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen. 7 Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde. 8 Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9 da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. 10 Denn was er gestorben ist, ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott. 11 So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus JesusDie Taufe symbolisiert also, dass wir unser altes Leben begraben haben und nun in neuem Leben mit Christus wandeln. Das Untertauchen stellt ein Begräbnis dar. Es ist ein für Menschen sichtbares Bekenntnis, dass wir nun zu Christus gehören. Die Taufe zeigt aber auch unsere Befreiung von Sünde durch die symbolisierung einer Waschung, ein Bad, in dem wir vollständig untertauchen, das lesen wir in Apostelgeschichte 22,16 als Saulus/Paulus getauft wurde: «Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.»

Es ist ausserdem interessant, dass es heisst, wir sollen auf den Namen des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes taufen, nicht wie grammatikalisch zu erwarten auf die Namen. Warum ist das so? Weil es nur einen Gott gibt und nicht drei, es gibt nur den einen dreieinigen Gott. Nun könnte man aber einwenden, dass in Apostelgeschichte 2,37 nur die Rede ist, von der Taufe auf den Namen Jesus: «Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber spricht zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen». Heisst das jetzt, dass wir nur auf den Namen Jesus oder doch auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen sollen? Das hört sich erst widersprüchlich an, ist es aber nicht. Denn zum einen ist Jesus ebenso Gott wie der Vater und der Heilige Geist, darum ja auch die Taufe auf den Namen. Zum anderen geht es hier in der Apostelgeschichte um ein besonderes Bekenntnis zu Jesus als den Messias. Als Kontext7: wir befinden uns in Jerusalem zu Pfingsten. Einige Wochen zuvor hatte der Sanhedrin, das ist der jüdische Gerichtshof, Jesus als den Messias abgelehnt und verurteilt; und nun wird hier gepredigt, dass dieser gekreuzigte der Messias war und sie dies nun bereuen sollen, also Busse tun, und taufen lassen auf Jesus Christus, Christus heisst Messias6. Alle die sich dort taufen liessen drückten damit also aus, dass Jesus tatsächlich der Messias war und verurteilten somit diejenigen, die ihn ablehnten und kreuzigten. Es handelt sich also um ein echtes Bekenntnis, welches aus echter Busse hervorkommt, in dem sie vor all den anderen sich zu Jesus bekannten, also sozusagen vom Judentum übertraten zum Messias. Grundsätzlich ist es uns aber geboten, auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. So ist es nun eine Wasser Taufe auf den dreieinen Gott (den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes), wie auch auf Jesus, den Messias und somit auch die Taufe auf seinen Tod.

Interessant dazu Titus 3,5-68

II.iii Feuertaufe

Ganz zu Beginn haben wir von Johannes dem Täufer gelesen, dass Jesus mit Heiligem Geist und Feuer taufen würde. Die Bedeutung der Geistestaufe haben wir schon betrachtet. Schauen wir uns die Stelle noch einmal an: «der nach mir Kommende […] wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen» (Matthäus 3,11). Einige legen das so aus, dass die Taufe mit dem Heiligen Geist gleichzeitig auch die Feuertaufe ist und bringen diesen Abschnitt in Verbindung mit den zerteilten Zungen in Apostelgeschichte 2,3: «Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen.» Das dies aber nicht mit der Feuertaufe zusammenhängt erkennen wir daran, dass es sich beim Abschnitt in Matthäus um zwei voneinander getrennte Ereignisse handelt. Denn es steht geschrieben, er wird uns mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen, nicht mit dem Feuer des Heiligen Geistes. Was also bedeutet dies? Ich will gar nicht zu gross darauf eingehen, denn die Antwort finden wir bereits im nächsten Vers: «dessen Worfschaufel in seiner Hand ist, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.» (Matthäus 3,12). Kommt uns das nicht bekannt vor? In Kapitel 13, Verse 24-30 steht: «Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel ist einem Menschen gleich geworden, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg.

Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Die Knechte des Hausherrn kamen aber herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit diesem den Weizen ausrauft. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune.» Die Auslegung dazu finden wir nur einige Verse später (36-43): «Dann entließ er die Volksmengen und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers. Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, der Acker aber ist die Welt; der gute Same aber, dies sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen; der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel. Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, welche die Gesetzlosigkeit tun; und sie werden sie in den Feuerofen werfen: Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, zu hören, der höre!» Bei der Feuertaufe handelt es sich also um das Gericht Gottes. Alle die nicht mit Heiligem Geist getauft sind, das heisst, alle die sich zu Lebzeiten nicht bekehrt haben, werden mit Feuer getauft, sprich, sie kommen unter das Gericht Gottes, welches ist die ewige Verdammnis im Feuersee. [Weitere Bibelstellen, die Feuer mit dem Gericht Gottes in Verbindung bringen]9.

Fussnoten:

1 https://www.csv-bibel.de/strongs/g911

2 https://info2.sermon-online.com/german/StrongLexikonGriechischDeutsch/Strong_Lexikon_Griechisch_Deutsch_2024.pdf?utm_source=chatgpt.com / strong 907 baptizo, Seite 196

3 https://info2.sermon-online.com/german/StrongLexikonGriechischDeutsch/Strong_Lexikon_Griechisch_Deutsch_2024.pdf?utm_source=chatgpt.com / strong 911 bapto, Seite 197

4 https://www.youtube.com/watch?v=u-UkO3xBjxo / Roger Liebi, ab 17:36

5 https://www.youtube.com/watch?v=u-UkO3xBjxo / Roger Liebi, ab 18:40

6 https://de.wiktionary.org/wiki/Christus#:~:text=latinisierte%20Form%20(Christus%20%E2%86%92%20la,Testaments)%20wie%20im%20Neuen%20Testament

7 https://www.youtube.com/watch?v=u-UkO3xBjxo / Roger Liebi, ab 40:23

8 https://www.bibelkommentare.de/fragen/672/was-ist-die-bedeutung-von-titus-3-4-6

9 Jesaja 66,15-16 / Matthäus 3,10-12 / Offenbarung 20,14-15 etc.

Hier geht es zu Teil 1

Hier geht es zu Teil 3

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